27. Kostenfaktor Grunderwerbsteuer

von Philipp Bundschu
vom 27. Januar 2021

Bei fast jedem Immobilienkauf fällt Grunderwerbsteuer (GrESt) an und die Bundesländer haben in den letzten Jahren kräftig an der Steuerschraube ge­dreht. Die Erhöhungen haben seitdem zu einer Flut an Steuersparstrategien geführt, etwa indem solche Bestandteile separat im Kaufvertrag aufgeführt werden, die nichts mit Grund und Boden sowie den Gebäuden zu tun haben. Eine Aufteilung ist nur dann steuerlich wirksam, wenn die Bestandteile separat im Notarvertrag ausgewiesen werden. Dabei hat sich gezeigt, dass Käufer und Verkäufer realistische Preise für die jeweiligen Betriebsvorrichtungen festsetzen müssen. Wer eine gebrauchte Küche mit Neupreis von 5.000 Euro für 10.000 Euro ansetzt, macht sich strafbar, derartiges Verhalten gilt als Steuerhinterzie­hung. Zudem hat auch diese Strategie Nachteile – wie fast alles im Bereich der Steuern. Was nicht zum Kaufpreis der eigentlichen Immobilie zählt, wird von den Banken oftmals nicht finanziert. Bestimmte Transaktionen sind jedoch auch grunderwerbsteuerfrei, etwa Schenkungen innerhalb der Familie. Wer Immo­bilien in einer Gesellschaft organisiert und deren gesplittete Anteile veräußert, zahlt gegebenenfalls keine GrEst. Hier existieren jedoch zahlreiche Detailrege­lungen, die eine Besteuerung regeln. Aber immerhin, lässt sich die Grunderwerbsteuer reduzieren oder mitunter sogar umgehen.

Das Fazit der komplexen, gesetzlichen Rahmenbedingungen: Wer größere Investments tätigt oder regelmäßig kaufen will, sollte sich vorab überlegen, wie er später gegebenenfalls verkaufen will.