Was versteht man unter dem Begriff Zinsbindung?

von Philipp Bundschu
vom 17. September 2020

Der Begriff Zinsbindung, Zinsbindungsdauer oder auch Zinsbindungsfrist, ist der zwischen der Bank und dem Darlehensnehmer vereinbarten Zeitraum, in welchem der Zinssatz nicht verändert werden darf. Wird keine Zinsbindung vereinbart, gilt ein variabler Zinssatz. Deshalb spricht man auch „Festzinsdarlehen“ und „zinsvariablen Darlehen“.

Zinsvariable Darlehen können grundsätzlich mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden. Anders sieht es bei grundpfandrechtlichen gesicherten Darlehen mit fester Zinsbindung aus. Hier ist eine vorzeitige Kündigung durch den Kreditnehmer nur in zwei Fällen gesetzlich anerkannt:

  • Verkauf der Immobilie
  • Nutzung der Immobilie zur Absicherung eines zusätzlich benötigten Kredits

In allen anderen Fällen ist der Kreditnehmer auf die Zustimmung der Bank angewiesen. Gegebenenfalls wird die Bank trotzdem einer vorzeitigen Rückzahlung des Darlehens zustimmen, dafür aber eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Eine Verpflichtung zur Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung besteht auch in den beiden oben genannten Fällen.

Für Verbraucher als Darlehensnehmer gilt generell ein ordentliches Kündigungsrecht nach Ablauf von zehn Jahren mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten. Wurde eine entsprechend längere Zinsbindung als zehn Jahre vereinbart, hat der Verbraucher somit einen einseitigen Vorteil gegenüber der Bank.

Grundsätzlich kann die Zinsbindung frei vereinbart werden. Üblich sind fünf oder zehn Jahre, wobei teilweise auch längere Laufzeiten vereinbart werden. Der Vorteil der Zinsbindung besteht darin, dass über die gesamte Zinsbindungsdauer sicher geplant werden kann. Der Nachteil hingegen liegt darin, dass bei fallenden Zinsen keine vorzeitige Rückzahlung und ein Neuabschluss zu günstigeren Konditionen möglich ist.

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